Anmeldung & Schweißanweisung
Wir melden Sie bei der TÜV-Prüfstelle an und stellen die Schweißanweisung (WPS) bereit — das Dokument, nach dem geschweißt wird. Werkstoff, Verfahren, Schutzgas, Stromstärke und Positionen sind darin festgelegt.
Mit dem TÜV-Schweißerschein nach EN ISO 9606 weisen Sie Ihre Fertigkeiten unabhängig und nachvollziehbar nach. Der Schein ist bundesweit anerkannt, EU-weit gültig und für viele industrielle Auftraggeber Voraussetzung. Im Modul M5 bereiten wir Sie strukturiert auf die Abnahme vor.
Die Prüfung hat einen klar geregelten Ablauf nach EN ISO 9606. Vom Anmelden bis zum Schein in der Hand führen vier definierte Schritte — wir begleiten Sie durch jeden einzelnen.
Wir melden Sie bei der TÜV-Prüfstelle an und stellen die Schweißanweisung (WPS) bereit — das Dokument, nach dem geschweißt wird. Werkstoff, Verfahren, Schutzgas, Stromstärke und Positionen sind darin festgelegt.
Sie schweißen das vorgegebene Prüfungsstück — unter Aufsicht des TÜV-Prüfingenieurs. Vorgegeben sind Werkstoff, Position, Nahtart und Schweißablauf. Sie zeigen Ihre Fertigkeit am realen Bauteil.
Die Naht wird zuerst visuell nach DIN EN ISO 17637 begutachtet. Je nach Prüfung folgen zerstörungsfreie Verfahren — Sichtprüfung, Eindringprüfung oder Röntgen — die Mängel im Inneren aufdecken.
Bei vielen Prüfungen wird das Prüfungsstück mechanisch getestet — z. B. Biege- oder Bruchversuch nach DIN EN ISO 5173. Nach erfolgreicher Bewertung erhalten Sie Ihren persönlichen Schweißerschein.
Die EN ISO 9606 unterscheidet vier Hauptkategorien von Prüfungsstücken — je nach Nahtart (Stumpf- oder Kehlnaht) und Erzeugnisform (Blech oder Rohr). Welches Stück Sie schweißen, hängt vom gewünschten Geltungsbereich Ihres Scheins ab.
Zwei aneinanderliegende Bleche werden vollständig durchgeschweißt. Klassiker im Stahl- und Anlagenbau — geprüft werden Wurzeln, Füll- und Decklagen.
T-Stoß oder Eckverbindung zweier Bleche. Häufigste Naht in Stahlkonstruktionen — Anspruch liegt auf gleichmäßiger Schenkellänge und Wurzeldurchschweißung.
Zwei Rohrenden werden umfangsverschweißt — meist in Position PF (Steigschweißen) oder H-L045. Standardprüfung für Pipeline-, Druckbehälter- und Sanitärbau.
Anschluss eines Rohrabzweigs an ein Hauptrohr — Kehlnaht in komplexer Geometrie. Anspruchsvoll: räumliche Nahtführung, schwer zugängliche Stellen.
Der TÜV-Schweißerschein gilt nicht pauschal für alles — sondern für genau den Bereich, in dem Sie geprüft wurden. Sechs Angaben definieren den Geltungsbereich Ihres Scheins:
Welches Schweißverfahren gilt — z. B. 111 (E-Hand), 135 (MAG), 141 (WIG). Der Schein ist verfahrensspezifisch — wer MAG geprüft hat, darf nicht automatisch E-Hand-Aufträge nachweisen.
Werkstoffe sind nach DIN EN ISO 15608 in Gruppen (FM1 bis FM11) eingeteilt. Geprüft wird repräsentativ für eine Gruppe — der Schein gilt für alle Werkstoffe dieser Gruppe.
BW (Stumpfnaht) oder FW (Kehlnaht). Stumpfnaht-Prüfung qualifiziert in der Regel auch für Kehlnähte, aber nicht umgekehrt — höhere Prüfung deckt einfachere Nähte ab.
Blech (P) oder Rohr (T). Rohr-Prüfung qualifiziert oft auch für Blech, weil Rohrschweißen anspruchsvoller ist. Umgekehrt gilt das nicht — Blech-Prüfung deckt kein Rohr-Schweißen ab.
Bleche: Dicke t in Millimetern. Rohre: Durchmesser D und Wanddicke d. Geprüft wird mit einer Mindestdicke — der Schein gilt für einen festgelegten Dickenbereich darüber und darunter.
PA, PB, PC, PD, PE, PF oder PG. Anspruchsvollere Positionen (z. B. PF Steig oder PE Über-Kopf) decken einfachere mit ab — wer PF geprüft hat, ist auch für PA qualifiziert.
Der TÜV-Schweißerschein ist ein wertvoller Karrierenachweis. Aber er hat auch klare Regeln zu Gültigkeit und Geltungsbereich. Hier die Realität — ehrlich aufgeteilt: