M6 · DaZ · Berufsbezogen
Bildungsangebote · Modul M6

Berufsbezogene Sprachförderung — Deutsch, das in der Werkstatt funktioniert.

Modul M6 ist kein allgemeiner Deutschkurs. Es ist die Fachsprache der Schweißtechnik — Sicherheits­vokabular, Werkstoffnamen, Werkstattanweisungen, Schweißanweisungen lesen. Sprache und Praxis greifen ineinander, damit das, was Sie können, auch tatsächlich verstanden wird — und Sie verstehen, was von Ihnen erwartet wird.

Mindestniveau Deutsch A2 / B1
Ansatz DaZ + Fachsprache Schweißen
Integration Parallel zu M1–M5
Methode Hands-on im Werkstattkontext
Aufbau

Wie die Sprachförderung im Modul aufgebaut ist

Sprache lernen Sie nicht im Klassenzimmer — sondern dort, wo sie gebraucht wird. Vier Stufen führen vom Sicherheits­vokabular bis zum selbstständigen Lesen einer Schweißanweisung:

1

Sicherheits-Sprache zuerst

Die wichtigsten Wörter sind die, die Leben schützen: "Achtung", "Stopp", "Brandgefahr", "Notausgang". Vor der ersten Werkstattstunde sitzt das Sicherheits­vokabular.

2

Werkstoff- und Werkzeug-Namen

Brenner, Drahtelektrode, Schutzgas, Stabelektrode, Schweißerhelm, Werkstück, Schmelzbad — die Begriffe der Werkstatt werden visuell mit dem Gegenstand verbunden. Sprache trifft Praxis.

3

Werkstatt-Kommunikation

Anweisungen vom Ausbilder verstehen, Fragen stellen, Schichtübergabe machen, Probleme melden — die typischen Gespräche im Betrieb werden geübt und im Werkstattalltag angewendet.

4

Schweißanweisung lesen

Am Ende verstehen Sie eine WPS (Schweißanweisung) selbstständig — Werkstoff, Verfahren, Schutzgas, Stromstärke, Schweißpositionen. Die Vorgabe wird zur Anleitung, die Sie umsetzen können.

Themenbereiche

Vier Sprach-Themen, die alles abdecken

Die Fachsprache der Schweißtechnik gliedert sich in vier zentrale Themenbereiche. Jeder wird gezielt vermittelt — mit Wortschatz, Beispielen und Übungen direkt am Werkstück.

S

Sicherheit

Sicherheits­hinweise, Warnungen, Schutz­ausrüstung, Verhalten im Notfall. Die wichtigsten Wörter, die Sie kennen müssen, bevor Sie den Brenner anschalten.

BrandgefahrAtemschutzNotausgangLichtbogenUV-Strahlung
W

Werkstoffe & Werkzeuge

Stahl, Edelstahl, Aluminium, Werkstoffnummern. Geräte: Brenner, Drahtelektrode, Stab­elektrode, Schutzgas, Werkstück, Schmelzbad.

StabelektrodeDrahtvorschubWolframNahtSchmelzbad
K

Werkstatt-Kommunikation

Anweisungen verstehen, Fragen stellen, Probleme melden, Schichtübergabe — die Sprache, die im Betrieb wirklich gesprochen wird. Inklusive Höflichkeits­formen.

SchichtübergabePauseMaterialwagennachfragen
D

Dokumente lesen

Schweißanweisung (WPS), Sicherheits­datenblatt, Prüfprotokoll, Zeichnung mit Nahtsymbolen. Die Dokumente, mit denen ein Schweißer täglich arbeitet.

WPSWerkstoffnummerSchweißanweisungNahtsymbol
Für wen

Wer von M6 besonders profitiert

Berufsbezogene Sprachförderung richtet sich an Menschen, die Deutsch noch lernen und gleichzeitig praktisch arbeiten wollen. Sechs typische Situationen, in denen M6 den entscheidenden Unterschied macht:

Internationale Fachkräfte

Mit Schweißerfahrung aus dem Heimatland kommen Sie hier an — die Hände kennen den Job, die Sprache lernt die Werkstatt. Schneller Anschluss in deutsche Betriebe.

Geflüchtete mit Berufsziel

Wer einen klaren Berufsweg vor Augen hat, braucht keine reine Sprachschule — sondern Sprache, die direkt in die Beschäftigung führt. M6 verbindet beides.

Quereinsteiger mit Migrationshintergrund

Sie kennen Deutschland, sprechen Deutsch im Alltag — aber die Fachsprache der Schweißtechnik ist neu. M6 schließt diese Lücke gezielt.

DeuFöV-Absolventen

Nach einem Berufssprachkurs (DeuFöV B2 / C1) folgt M6 als logischer Anschluss in den Beruf — vom allgemeinen Berufsdeutsch in die konkrete Fachsprache.

Berufseinsteiger mit DaZ-Bedarf

Erste Berufsausbildung in Deutschland, Deutsch noch nicht muttersprachlich. M6 sorgt dafür, dass die Werkstatt­sprache mitwächst — Hand in Hand mit dem fachlichen Wissen.

Aus Sprachschulen kommend

Sie haben den Integrations- oder Sprachkurs abgeschlossen und wollen jetzt einen Beruf erlernen — M6 ist der praktische Übergang in die deutsche Arbeitswelt.

Klarheit

Was M6 ist — und was es ausdrücklich nicht ist

Damit Sie realistische Erwartungen mitbringen — und das Modul das leistet, was es leisten kann: hier die ehrliche Abgrenzung zwischen Sprachförderung und allgemeinem Deutschkurs.

+ Was M6 ist

  • Fachsprache im Werkstatt­kontext: Sie lernen die Begriffe genau dort, wo Sie sie verwenden — am Schweißgerät, am Werkstück, im Gespräch mit dem Ausbilder.
  • Sprachsensible Vermittlung: Unsere Ausbilder erklären Fachbegriffe bewusst, mit Bildern und Skizzen — und wiederholen sie, bis sie sitzen.
  • Parallel zur fachlichen Qualifizierung: M6 läuft integriert in M1–M5 — keine zusätzliche Zeit, keine doppelte Belastung. Sprache wächst mit dem Fach mit.
  • Hilfe beim Dokumenten­lesen: WPS, Sicherheits­datenblatt, Prüfprotokoll — die Texte, mit denen Schweißer täglich arbeiten, werden gemeinsam erschlossen.
  • Vorbereitung auf den Betrieb: Werkstatt­kommunikation, Schicht­übergabe, Anweisungen verstehen — Sie kommen sprachlich vorbereitet im Unternehmen an.

× Was M6 nicht ist

  • Kein Allgemein-Deutschkurs: M6 ersetzt keinen Integrations- oder Sprachkurs. Grammatik, Allgemein­wortschatz und Alltags­sprache lernen Sie woanders.
  • Kein DeuFöV-Ersatz: Berufssprachkurse B2/C1 nach DeuFöV sind eigene Förderangebote des BAMF — M6 ergänzt sie, ersetzt sie aber nicht.
  • Mindestniveau erforderlich: Deutsch auf etwa A2/B1-Niveau ist Voraussetzung — ohne diese Basis können wir keine Fachsprache aufbauen.
  • Keine Sprachprüfung am Ende: M6 schließt nicht mit einem Sprachzertifikat ab. Für offizielle Niveau­nachweise (telc, ÖSD, Goethe) gehen Sie zu Sprachschulen.
  • Kein Selbstlern­programm: M6 funktioniert im persönlichen Werkstattkontakt — nicht als App, nicht als Online-Kurs. Sprache lebt vom Sprechen.